Was kann ich tun?

Es gibt einige Möglichkeiten die dazu beitragen können, ADHS-typische Konfliktsituationen möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen.

Eine ADHS kann natürlich nicht “einfach so verchwinden”, aber es gibt Einiges das untersttzden dazu beitragen kann, das Kind in seinem positiven Verhalten zu unterstützen und die Symptomatik etwas abzuschwächen.

Im Folgenden werden acht Punkte aufgezeigt, die eine positive Wirkung haben können.

1. Klare Anweisungen und Regeln formulieren

Eine feste Struktur im Alltag und entsprechende Regeln sind wichtig, um dem Kind Orientierung und Sicherheit zu bieten. Sinnvoll ist z.B. das gemeinsame Erarbeiten von Familienregeln. Auch ein Wochenplan bietet Struktur. Wichtig ist, dass sich alle Familienmitglieder daran halten und klare Grenzen definiert wurden.

2. Loben

Loben ist wirkungsvoller als Schimpfen, da positive Verstärkung dei Wahrscheinlichkeit für das Auftreten des erwünschten Verhaltens erhöht. Bei Kindern mit ADHS-Symptomen ist bereits die Bereitschaft zur Anstrengung eine Leistung und sollte auch als diese gewürdigt werden. Das Loben und eventuelle Belohungen sollten für das Kind immer berechenbar sein.

3. Diskussionen vermeiden

Unnötige Diskussionen ebnen die Grundlage für Nebenkriegsschauplätze und sind nicht zielführend. Am Sinnvollsten ist in einer emotionalen Situationen das Nutzen einer Auszeit. Das Kind in sein Zimmer zu schicken ist dabei nicht unbedingt die sinnvollste Maßnahme. Denn wenn das Kind den Grund nicht nachvollziehen kann, ist die Möglichkeit groß dass es sich in seinem Zimmer sitzend ungerecht behandelt und bestraft fühlt und keinerlei Einsichtsbereitschaft zeigen. Notfalls ist es sinnvoller, die Situation selbst zu verlassen.

4. Konsequent handeln

Auch wenn es unangenehm ist und häufig schwerfällt: Ein konsequentes Handeln bei unerwünschtem Verhalten bzw. dem Brechen (gemeinsam) aufgestellter Regeln ist auch und vor allem für von ADHS betroffene Kinder absolut wichtig. Dies kann z.B. durch Punkteabzug bei vorher vereinbarten Belohnungssystemen erfolgen.

5. Zuneigung zeigen

Die guten Seiten des Kindes wahrzunehmen hat einen großen Wert für den Umgang mit schwierigen Situationen. Kinder mit einer ADHS-Symptomatik haben häufig auch viele positive Eigenschaften, die es lohnt sich immer wieder vor Augen zu führen. Für das Kind ist es wichtig, diese Eigenschaften mitgeteilt zu bekommen und darin bestärkt zu werden. Darüberhinaus ist es wichtig, dass sich das Kind der Zuneigung seiner Bezugspersonen sicher sein kann und sie als verlässliche Konstante erlebt.

6. Klare Botschaften formulieren

Um Streitigkeiten und eine Überforderung des Kinde zu vermeiden ist es zielführend, Anforderungen für das Kind eindeutig zu formulieren. Und zwar dem Kind zugewandt, in einer festen und deutlichen Mitteilung. Dabei ist es für das Kind einfacher, Teilaufgaben bewältigen zu können. Also z.B.: “Ich möchte, dass Du alle Autos jetzt in die Autokiste.” statt “Räum jetzt endlich Dein Zimmer auf!”

7. Reizsituationen identifizieren

Um Konfliktsituationen zu vermeiden hilft es, regelmäßig auf Hinweise zu achten, dass das Kind überfordert ist und in zukünftigen Situationen beim Auftreten dieser Reize rechtzeitig zu intervenieren. Das kann z.B. Überforderung durch Reizüberflutung sein, wie Medienkonsum oder die Wahrnehmung einer Situation als ungerecht. Um dem Kind zu ermöglichen diese Auslöser selbst zu erkennen, ist ein regelmäßiger Austausch sinnvoll – z.B. das Erfragen des Auslösers beim Kind.

8. Auf eigene Bedürfnisse achten

Kinder mit einer ADHS-Symptomatik kosten im Umgang enorm viel Kraft und bringen Eltern häufig an ihre Grenzen. Um die Kraft zu haben einen ruhigen und möglichst gelassenen Umgang mit den täglichen Herausforderungen zu meistern ist es sehr wichtig, auch auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Ruhephasen, Hobbys oder Entspannungsübungen können dabei helfen. Auch der Austausch mit anderen Eltern ADHS-betroffener Kinder, das Gespräch mit Vertrauensperonen, die Wahrnehmung psychoedukativer Angebote (z.B. in Form von Elternschulungen) oder der Besuch einer Selbsthilfegruppe können dazu beitragen.