Der Begriff Serendipität (engl. Serendipity) wird häufig für alle Arten von Glücksfällen verwendet, wie z.B. die große Liebe oder auch den Traumjob zu finden. Dabei beschreibt Serendipität das Stolpern über etwas, das man gerade gar nicht suchte, aber eventuell überraschend ein Problem löst.
Und es existieren viele Beispiele für dieses Prinzip, wie z.B. die Entdeckung Amerikas von Kolumbus, des Tesafilms oder die Erfindung des World Wide Webs, von denen der bekannte „Serendipitiologe“ Pek van Andel mehr als 1.000 Beispiele gesammelt hat.
Aber wie kann man das Serendipitätsprinzip im Alltag nutzen?
Als erstes ist es laut Serendipitätsforschern von entscheidender Bedeutung, empfänglich für unverhoffte Entdeckungen zu sein. D.h. oftmals handelt es sich um einen zufälligen passenden Moment, welchen man allerdings auch bemerken und zu nutzen wissen können muss.
Dabei ist die Ursache für Serendipität häufig nur eine beiläufige Beobachtung, deren unbewusste Verarbeitung in der Folge ggf. zu einer neuen Erkenntnis führen kann.
Und dabei können bestimmte Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen verschiedenen Forscher*innen zufolge durchaus nützlich sein. Vor allem Menschen, welche sich leicht auf Abwege führen lassen, schnell Entscheidungen darüber treffen was sie interessiert, die keine Angst vor dem Scheitern haben und eher gut gelaunt und ausgeglichen sind.
Allerdings kann die Wahrnehmung von Serendipität im Nachgang natürlich auch auf Verzerrungseffekte zurückzuführen sein – durch einen „fundamentalen Attributionsfehler“ könnte es natürlich z.B. sein, dass ein Geschehen eher dem eigenen Einfluss, als den Umständen zugeschrieben wird.
Nach Albert Bandura existiert aber seit 1970ern bereits das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung, dass wir unser Schicksal durchaus mit unseren Überzeugungen auch selbst beeinflussen. Und verschiedenen Untersuchungen zufolge fürchten Glückspilze seltener davor in eine Sackgasse zu gelangen und vertrauen auf sich und sie sind häufiger extrovertiert, offen und weniger neurotisch als sogenannte Pechvögel.
Zusammenfassend kann man also davon ausgehen, dass sich häufiger derjenigen Person glückliche Zufälle bieten, die auch eher an ihr Glück glaubt. Self-fulfilling prophecy eben.
Und wie kann man Serendipität im eigenen Leben nun zusätzlich fördern?
Bisher kann das Serendipitätsprinzip noch nicht verlässlich gemessen werden, um daraus entsprechende Verhaltensweisen oder Einstellungen zuverlässig ableiten zu können.
Sicher scheint aber: Die Bereitschaft zum Ausprobieren, Offenheit für Neues, ein aufgeschlossenes Bewusstsein und damit auch die Aufmerksamkeit gegenüber eventuell unerwarteter beiläufigen Wahrnehmungen können dazu beitragen, häufiger Serendipitätserfahrungen zu machen und ein kleines bisschen mehr zum Glückspilz zu werden.
Quellen
https://lexikon.stangl.eu/
http://www.richardwiseman.com/
https://sandaerdelez.com/
https://www.spektrum.de/
https://www.swr.de/